Jungengesundheit

Um die Gesundheit von Jungen steht es in Deutschland nicht besonders gut. Studien haben gezeigt, dass viele Jungen – oft aus Scham – gesundheitliche Probleme nicht ansprechen. Oft wissen sie auch nicht einmal, an wen sie sich wenden sollten. Hier muss dringend mehr getan werden.

Mädchen „ticken anders“ als Jungen

Männer und Frauen haben einen sehr unterschiedlichen Umgang mit dem Thema Krankheit. Männer wollen „funktionieren“ und scheuen sich oft, mit Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Frauen hingegen suchen bei Problemen schneller Hilfe vom Fachmann. Dieses Verhalten ist erlernt. Es beginnt schon bei den Kindern und Jugendlichen.

Die meisten Frauen gehen regelmäßig zum Frauenarzt. Anlass sind nicht nur die Themen Verhütung oder Schwangerschaft, sondern alle Entwicklungen in den verschiedenen Lebensphasen einer Frau. Mädchen erlernen dieses Verhalten von ihren Müttern. Oft besuchen sie schon früh gemeinsam mit ihnen zum ersten Mal den Frauenarzt. Viele Gynäkologen haben bereits eine eigene Mädchensprechstunde.

Jungen werden allein gelassen

Anders ist dies bei den Jungen. Sie haben bei ihren Vätern oft kein Vorbild – und damit für ihre Fragen auch keine Ansprechpartner. Dabei benötigen auch heranwachsende Jungen einen Ansprechpartner für alle Fragen zu ihrer Entwicklung auf dem Weg zum erwachsenen Mann. Oft sind Jungen unsicher, ob sich ihr Körper „normal“ entwickelt – scheuen sich aber gerade in diesem Alter, dieses Thema mit ihrem Vater oder der Mutter zu besprechen. Dabei ist das Thema unter den Heranwachsenden selbst – etwa unter der Dusche nach dem Sport – ganz besonders sensibel. Die betrifft etwa die Entwicklung der Vorhaut, die Penisgröße, das Thema Erektion, aber auch die Entwicklung und Größe des Hodens. Andere Themen betreffen eher die Psyche eines jungen Menschen. Etwa die Frage, ob die sexuelle Orientierung „normal“ verläuft.
Dabei kann es vorkommen, dass Krankheiten länger „übersehen“ werden. Etwa eine gefährliche Verdrehung des Samenstrangs (Hodentorsion). Einige Probleme können dabei auch zu einer dauerhaften gesundheitlichen Schädigung führen.

Der Junge in der Sprechstunde

In meiner Urologie-Praxis habe ich – auch als Vater eines Heranwachsenden – ein besonderes Auge und Ohr für die Belange und Fragen von Jungen. Ich nehme die Jungen mit ihren Themen sehr ernst. Es kommt vor, dass ich begleitende Eltern (meist Mütter) ins Wartezimmer schicke. Allein im Gespräch mit mir sind die Jungen meist deutlich aufgeschlossener.
Jungen kommen  zum Beispiel mit folgenden Themen: 

•    Vorhaut-Enge oder zu kurzes Vorhautbändchen vor dem ersten
      Geschlechtsverkehr
•    selbst-ertastete Hodenauffälligkeiten
•    Auffälligkeiten beim Wasserlassen
•    Auffälligkeiten bei Erektion und/ oder Samenerguss

Relative Entwicklungsverzögerungen (Verdacht auf Pubertas tarda)

Keine Sorge: Niemand muss bereits bei der Terminvergabe sagen, worum es ihm geht. Das Stichwort „Jungensprechstunde“ oder „Jungengesundheit“ reicht aus.

Die Jungensprechstunde in meiner Urologie-Praxis

Für mich ist es wichtig, im Bereich der Jungengesundheit etwas zu tun. Ich setze hier auf Aufklärung. Nach meiner Überzeugung sollte diese Aufklärung zu urologischen und männermedizinischen Fragen früh ansetzen. Hierzu zählen auch Themen der Vorsorge. Deshalb biete ich Schulklassen – idealerweise der Stufen 6 und 7 – in meiner Urologie-Praxis im Alstertal eine Jungensprechstunde im Klassenverband an.

Hier haben die „Männer von morgen“ die Möglichkeit, eine urologische Praxis und  das Tätigkeitsspektrum des Urologen kennenzulernen. Außerdem lernen sie, was Vorsorge ist und wozu sie nützt. Wichtig ist es, eine Atmosphäre herzustellen, in der Jungen alle Fragen stellen können, die sie bewegen. In der Regel teilen die Lehrerinnen oder Lehrer ihre Klassen dafür auch auf: Während die Jungen zum Urologen gehen, besuchen die Mädchen einen Frauenarzt. 

Den Erfahrungsbericht eines Lehrers lesen sie HIER.

Wenn Sie als Lehrerin oder Lehrer Interesse an einer kostenfreien „Jungensprechstunde“ in meiner Urologie-Praxis im Alstertal haben, melden Sie sich gern!

Ein aktuelles Thema

Hier finden Sie einen interessanten Artikel zum Thema Jungengesundheit aus der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19.04.2015:
www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/gesundheit-passt-besser-auf-euch-auf-jungs-13531284.html

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