Vorsorge

Anders als Frauen betrachten viele Männer Ärzte überwiegend als Therapeuten bei akuten Beschwerden („Reparaturmedizin“). Dabei können viele Erkrankungen verhindert oder ihr Verlauf zumindest gemildert werden, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Hierzu gibt es auch in der Urologie unterschiedliche Vorsorgeuntersuchungen, die ich für sehr wichtig erachte. Bei der fachärztlich-urologischen Untersuchung in der Urologie-Praxis dreht sich vieles – aber nicht alles – um den Prostatakrebs.

Krebsvorsorge

Männer gelten – im Vergleich zu Frauen – als „Vorsorgemuffel“. Zahlen belegen, dass Männer die Angebote für Vorsorgeuntersuchungen deutlich weniger in Anspruch nehmen als Frauen. Dabei gibt es auch für Männer eine Reihe an Untersuchungen, die sehr wichtig sind. Ab einem Alter von 40 bis 45 Jahren sollten also auch Männer damit beginnen, sich dem Thema Vorsorge zu befassen.

Dabei muss man zwischen der kassenärztlichen und der erweiterten Krebsvorsorge unterscheiden.

Die gesetzliche Vorsorge in der Urologie

Die kassenärztliche (von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte)  Krebsvorsorge umfasst folgende Punkte:

•    Abtasten der Prostata
•    Untersuchung des äußeren Genitales
•    Abtasten der Leistenlymphknoten
•    Untersuchung der Haut
•    Stuhltest
•    Blutdruckmessung

Die erweiterte Krebsvorsorge

Um Ihr individuelles Krebsrisiko besser beurteilen zu können, schlagen wir Urologen eine erweiterte Krebsvorsorge vor. Ich halte diese vor allem deshalb für wichtig, weil ich so bei meinen Patienten über die Zeit eine Entwicklung feststellen kann. Ein PSA-Wert an sich sagt zum Beispiel oft noch nichts aus. Er wird erst dann wirklich relevant, wenn ich ihn mit anderen, früher gemessenen Werten vergleiche. Und wenn ich ihn mit anderen Werten, die nur ich als Urologe erheben kann, in Verbindung bringe. Mit meiner langjährigen Erfahrung und anderen Untersuchungsparametern habe ich auch die Möglichkeit, nicht auf Krebs hindeutende PSA-Wert-Erhöhungen zu relativieren. Mit anderen Worten: Die Interpretation des PSA-Wertes will gelernt sein. Genauso wie etwa das Harfenspiel.

Zur erweiterten Krebsvorsorge können folgende Zusatzuntersuchungen gehören:

•    Urinuntersuchung: Bakterien, Blutspuren, Eiweiß, Nitrit etc.
•    Spezielle Urin- und Stuhltests
•    Blutuntersuchung: PSA-Test (Prostataspezifisches Antigen)
•    Transrektaler Ultraschall der Prostata und Samenblasen (TRUS)
•    Ultraschall der Nieren, Blase, Hoden

Die erweiterte Krebsvorsorge wird nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Ich rechne sie deshalb nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) direkt mit den Patienten ab. Hierbei handelt es sich um so genannte IGEL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen), die Sie in Anspruch nehmen können.  Selbstverständlich kläre ich Sie zuvor darüber auf, warum ich diese Leistung für wichtig erachte. Zudem gibt es für diese urologischen Untersuchungen einen gesonderten Behandlungsvertrag. Die Kosten dieser Vorsorge-Untersuchungen liegen – je nach dem gewünschten Untersuchungsumfang – zwischen rund 25 Euro und 110 Euro.

Je nach individuellem Risiko sollte die Untersuchung ab dem 40. bis 45. Lebensjahr alle ein bis zwei Jahre erfolgen.

Meine Empfehlung

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Im „Männergesundheits-portal“ bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung spezielle Informationen, Tipps und Anregungen für Männer unter: www.maenner-gesundheitsportal.de

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